Was erwartet die Industrie von einem Informatiker
im 21. Jahrhundert?
Lesezeit: 2,5 Minuten
Viele Menschen - die nichts mit Informatik zu tun haben - haben immer noch das Bild des Informatikers aus den frühen 90er Jahren im Kopf, das mit sehr vielen Vorurteilen behaftet ist.
Wenn man Sie fragt, wie sie sich einen typischen Informatiker vorstellen, kommen antworten wie “das sind doch diese Keller-Nerds, die alleine in einem dunklen Raum sitzen und irgendwas programmieren” oder “ das sind diese merkwürdigen Geeks, die sich den ganzen Tag hinter ihrem Computer verstecken und mit niemandem sprechen” oder “das sind doch die Computer-Lurchies aus der EDV-Abteilung, die den Drucker einrichten, wenn der mal wieder faxen macht.”
Aber dieses Bild ist in der Zwischenzeit vollkommen überholt, wenn es dies in der Realität überhaupt jemals gegeben hat.
Informatiker sind die Rockstars der Industrie des 21. Jahrhunderts, was der akute Fachkräftemangel nach geeigneten Fachkräften seit Jahren zeigt.
Und ein Informatiker, der die oben genannten Klischees erfüllt, wird sich in der “neuen, digitalisierten Welt” trotz des Fachkräftemangels enorm schwer tun, einen Job zu finden, da sich die Anforderungen der Industrie in den letzten Jahren extrem verändert haben.
Im Bereich der Informatik werden zwei Berufsbilder ausgebildet:
- Der Fachinformatiker Anwendungsentwicklung
- Der Fachinformatiker Systemintegration
Heißt: Entweder werde ich zum Programmierer oder zum Systemadministrator ausgebildet.
In der heutigen Welt lassen sich diese zwei Berufsgruppen nicht mehr trennscharf betrachten, da die Unternehmen von Informatikern erwarten, dass diese sowohl Experten im Bereich der Softwareentwicklung, als auch im Bereich der Systemintegration sind. Darüber hinaus wird erwartet, dass sich die Informatiker ebenso mit IT-Security, Webentwicklung, Cloud, DevOps und auch UI/UX auskennen.
Und damit nicht genug, denn die oben genannten Fähigkeiten betreffen lediglich die Hardskills. Zum Berufsbild des Informatikers gehört heute auch, dass jeder Informatiker ebenso die Rolle eines Change-Managers, eines Krisenmanagers sowie eines Beraters einnimmt, was bedeutet, dass sich die Berufsgruppe der Informatiker heute nicht mehr nur über die Ausprägung ihrer Fach- und Methodenkompetenzen definiert, sondern vielmehr die Ausprägung der Softskills im Bereich der Sozial- und Persönlichkeitskompetenzen einen elementaren Stellenwert einnimmt.
Die Krux an dieser Sache ist dabei jedoch, dass weder unser staatliches Ausbildungssystem noch die Gesellschaft die Informatiker adäquat auf die Anforderungen und Erwartungen der Industrie vorbereitet.
Aus diesem Grund ist es die Pflicht von uns als Unternehmen, diese dringend benötigten Kompetenzen und Fähigkeiten bei unseren Mitarbeitern zu fördern, zu entwickeln und nachhaltig aufzubauen. Und dies nicht allein aus dem Grund, um die Wettbewerbsfähig sowie die wirtschaftlichen Interessen unserer Unternehmen sicherzustellen und zu gewährleisten, sondern vielmehr um diese, in Zukunft noch wichtiger werdende Berufsgruppe, präventiv auf die Zukunft vorzubereiten. Nur, wenn wir unseren Teil dazu beitragen, werden die Informatiker überhaupt eine Chance haben, den exorbitanten Erwartungen sowie dem stetig steigenden Druck standzuhalten sowie gerecht zu werden. Andernfalls ist es lediglich eine Frage der Zeit, wann die ersten Depressionen auftauchen und dann ist auch der Burnout nicht mehr weit.
Und ich persönlich denke, dass es im Interesse von niemandem ist, dass es so weit kommt…
Autor: Brian Struck (01/24)
Bitte mehr davon
Dir hat der Artikel gefallen und du möchtest weitere Artikel lesen?
Bitte mehr davon
Dir hat der Artikel gefallen und du möchtest weitere Artikel lesen?
Bitte mehr davon
Dir hat der Artikel gefallen und du möchtest weitere Artikel lesen?