"Alle Unternehmer sind selbstsüchtige Banditen, die ausschließlich nach ihrem eigenen Vorteil handeln und nur das Ziel haben, sich selbst die Taschen voll zu machen!"

Lesezeit: 3 Minuten

Auch mit diesem Vorurteil werde ich sehr häufig konfrontiert.
Und sehr wahrscheinlich, gibt es auch eine kleine Gruppe von Unternehmern, die dieses Klischee voll und ganz erfüllen.
Doch der Großteil der Unternehmer handelt aus einer ganz anderen Motivation heraus.

Unternehmer sind meist Menschen, die versuchen, ihre Ideen mit ihrem eigenen Business-Modell zu verwirklichen und damit die Welt auf ihre persönliche Weise zu verbessern.
Die Hauptmotivation der Großteil der Unternehmer liegt im Streben danach, die eigenen Visionen zu realisieren, um ihre eigene Lebenszeit möglichst sinnvoll zu nutzen und damit der Welt etwas nachhaltiges zu hinterlassen, egal, ob es sich dabei um ein Produkt, eine innovative Dienstleistung zur Lösung eines Problems oder einfach um ein Umfeld handelt, in dem andere Menschen auch in Zukunft eine Perspektive für ihr Leben erhalten.
Dass ein guter Unternehmer mit seinen Unternehmungen "richtig gutes" Geld verdient, ist in den Grundregeln unserer Ökonomie verankert und gleichzeitig absolut notwendig, um den Organismus lebensfähig zu halten.

Denn jedes Unternehmen, das auf dem freien Markt agiert, unterliegt den Gesetzen einer freien Marktwirtschaft und muss in erster Linie die Wirtschaftlichkeit sicherstellen.

Immerhin tragen Unternehmer die Verantwortung für das Schicksal von teilweise über 1000 Menschen, in Form von Arbeitsplätzen.
Ein Unternehmer, der sich keinen Liquiditätspuffer aufbaut, handelt also grob fahrlässig und riskiert, dass das Kartenhaus beim kleinsten Gewitter einstürzt und dies große Konsequenzen für ihn und seine Mitarbeitenden nachsichzieht.

Aber woher kommt denn eigentlich dieses oben beschriebene Vorurteil?
Im Grunde ist es eine Mischung aus selektiver Wahrnehmung, Confirmation Bias und fehlenden Erfahrungswerten. 

Die Menschen, die mich mit diesem Vorurteil konfrontiert haben, sind selbst und waren auch noch nie selbst Unternehmer, geschweige denn, haben sie jemals in ihrem Leben ein Unternehmen gegründet oder in hoher Managementposition ein Unternehmen geleitet. 
Sie können daher nicht nachvollziehen, mit welchen Herausforderungen du als Unternehmer bzw. in der Geschäftsführung täglich konfrontiert wirst. 
Sie haben nie selbst erlebt, wie schwierig es ist, die richtigen Entscheidungen unter Berücksichtigung der Konsequenzen ersten, zweiten und dritten Grades zu treffen. 
Sie können sich auch deshalb nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, unangenehme Entscheidungen zum Wohle der Allgemeinheit treffen zu müssen und mit welchen Emotionen du in diesen Situationen zu kämpfen hast. 

Darüber hinaus festigt sich dieses Bild bei denjenigen, die in Krisensituationen mit den Unternehmern oder der Geschäftsleitung subjektiv "schlechte" Erfahrungen gesammelt haben. Das kann schon im Kleinen beginnen, dass z.B. eine Idee, die man selbst für absolut genial gehalten hat, abgelehnt wurde oder man sich im Rahmen eines Kritikgespräch ungerecht behandelt fühlt, wenn die Arbeitsleistung kritisiert wird oder man aufgrund dessen sogar die Kündigung vom Arbeitgeber erhalten hat. 
Oder aber man musste selbst aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens auf die nächste Gehaltserhöhung verzichten bzw. sogar in Kurzarbeit gehen. 

Wenn dann (unreflektiert) der Wahrnehmungsfilter ausschließlich auf diese Situationen gelegt, die positiven Erlebnisse - weil es selbstverständlich ist - verdrängt oder ignoriert werden und man selbst immer nur "ungerecht behandelt" wird, während Unternehmer und Top-Manager teure Kleidung tragen, teure Autos fahren und in großen Anwesen wohnen, dann muss man sich nicht wundern, dass dieses Vorurteil entsteht und sich kontinuierlich verstärkt...! 

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